Strelitzie: Paradiesisch schön (2022)

Herkunft

Die Strelitzie (Strelitzia) ist bei uns vor allem als Schnittblume beliebt und bekannt. In Wintergärten oder hellen großen Wohnräumen kann sie aber auch als Kübelpflanze gehalten werden. Die exotische Pflanzengattung, die fünf Arten umfasst, gehört zur Familie der Strelitziengewächse (Strelitziaceae). Ursprünglich kommen die Arten aus der Kaprovinz in Südafrika, sind aber auch auf den Kanarischen Inseln oder Madeira zu finden. Zum ersten Mal beschrieben wurde die Strelitzie 1773 von dem englischen Botaniker Sir Joseph Banks (17431820), der die Pflanze nach der Königin Sophie Charlotte, der geborenen Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz (1744 1818) und Ehefrau von König George III., benannte. Übrigens: Häufig stößt man auch auf die Schreibweise Stelizie (ohne "t") – diese ist jedoch nicht korrekt.

Aussehen und Wuchs

Strelitzien sind ausdauernde Stauden, die je nach Art zwischen zwei Meter (Strelitzia reginae) und zehn Meter (Strelitzia alba) hoch werden können. Alle Arten wachsen horstig. Während Strelitzia nicolai, Strelitzia alba und Strelitzia caudata einen kleinen Stamm bilden und baumartig wachsen, sind die Blätter der bekanntesten Strelitzie, Strelitzia reginae, grundständig. Die Blätter selbst sind grün, zumeist zweireihig angeordnet, sehr groß und ledrig. Die Blütenstände der Strelitzie, welche je nach Art Orange-Blau oder Weiß-Blaugrün gefärbt sind, treten aus den Achseln der Laubblätter hervor. Die markanten Blüten ähneln den aufgestellten Federkämmen von Paradiesvögeln, daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung Paradiesvogelblume.

Standort und Substrat

Die Strelitzie kann in großen Kübeln im Wintergarten oder in hellen Wohnräumen mit ausreichend Platz stehen. Dort gedeiht sie bei Temperaturen von 8 bis 18 Grad Celsius. Bei höheren Temperaturen werden die Blätter etwas lang. Sobald sich die Blüten bilden, sollten Sie die Pflanze nicht mehr umstellen oder bewegen, da die Blüten sonst nicht weiter aufgehen. Im Sommer können Sie die Strelitzie auch an einen sonnigen Platz im Freien stellen. Als Substrat bevorzugen Strelitzien eine lehmhaltige und nährstoffreiche Erde, die trotzdem gut durchlässig ist – die dicken Wurzeln reagieren auf Staunässe schnell mit Wurzelfäule. Geeignet ist eine Mischung aus Lehmerde, Laub- und Komposterde sowie verrottetem Stallmist. Etwas Sand macht das Substrat durchlässiger.

Strelitzie: Paradiesisch schön (3)

Flora Press/Visions

(Video) Paradiesvogelblume (Strelitzia nicolai) | riplant.me

Die Papageienblume (Strelitzia reginae) kann bei uns im Kübel gehalten werden

Pflanzung

Wenn Sie eine Strelitzie in einen Kübel pflanzen wollen, füllen Sie zuunterst eine Drainageschicht, beispielsweise aus Blähton, ein. Anschließend folgt eine Schicht Substrat und dann der Wurzelballen der Pflanze. Füllen Sie den Spalt zwischen Ballen und Topfwand mit Erde auf, drücken Sie sie vorsichtig fest und wässern Sie anschließend durchdringend.

Pflegetipps

Im Sommer ist der Wasserbedarf einer Strelitzie relativ hoch. Im Winter dagegen sind die Pflanzen weitestgehend trocken zu halten. Vermeiden Sie in jedem Fall Staunässe, da die dickfleischigen Wurzeln, wie bereits erwähnt, schnell faulen. Von März bis Oktober wird die Pflanze ein Mal im Monat mit einem handelsüblichen Dünger für Kübelpflanzen versorgt.

Ältere Blätter sollten gerade bei großgewachsenen Strelitzien regelmäßig entfernt werden. Nur so bekommt das verbleibende Laub ausreichend Licht und Luft, um gesund zu bleiben und weiter zu wachsen.

Etwa alle drei Jahre braucht die Strelitzie frisches Substrat. Doch Vorsicht: Beim Ver- oder Auspflanzen dürfen Sie die fleischigen Wurzeln nicht verletzen. Die beste Zeit für das Umtopfen ist das späte Frühjahr (März/April).

Überwinterung und Winterschutz

Im Winter wird die Strelitzie an einen weiterhin hellen bis sonnigen Standort bei 10 bis maximal 15 Grad Celsius gestellt. In dieser Zeit sind nur sporadische Wassergaben nötig.

Wichtige Arten und Sorten

Insgesamt gibt es fünf südafrikanische Arten baumartiger und stammloser Strelitzien. Zu den baumartigen Strelitzien gehören die Weiße Strelitzie (Strelitzia alba), die Berg-Strelitzie (Strelitzia caudata) und die Baum-Strelitzie (Strelitzia nicolai). Diese eignen sich nur für hohe Gewächshäuser, wo sie am besten wie Bananen ausgepflanzt werden. Die Baum-Strelitzie bildet übermannshohe Blätter und mit den Jahren einen Stamm aus. Ihre Blüten sind weiß-blau. Diese zeigen sich aber erst nach etwa acht Jahren. Die Pflanze kann ganzjährig im Wintergarten oder lichtreichen, warmen und hohen Wohnräumen stehen. Nicht allzu große Exemplare können Sie im Sommer ins Freie, zum Beispiel an einen sonnigen Platz auf der Terrasse, stellen.

Strelitzie: Paradiesisch schön (4)

Flora Press/Visions

Die Weiße Strelitzie (Strelitzia alba) ist etwas weniger farbenfroh als die Paradiesvogelblume, aber nicht minder schön

Zu den stammlosen Arten zählt unter anderem die Strelitzia juncea, auch Binsen-Strelitzie genannt. Sie ist die kleinste unter den Strelitzien-Arten. Im Gegensatz zu den anderen Arten ist die Blattspreite fast vollständig verschwunden, sodass die Pflanze nur aus graugrünen, runden Stielen besteht, die an Binsen erinnern. Sie ist für kleinere Gewächshäuser empfehlenswert.

Am bekanntesten ist die Strelitzia reginae oder Königs-Strelitzie. Sie wird hierzulande überwiegend als Schnittblume angeboten, kann aber auch im Kübel gehalten werden. Die Art hat große grünliche, langgestielte, kahnförmige und ledrige Hochblätter, in denen die Knospen im Wasser liegen. Aus diesen erheben sich die auffälligen sechs Blütenblätter, von denen die äußeren orange und die inneren himmelblau gefärbt sind. In ihren Heimatgebieten wird sie durch Nektarvögel bestäubt. Die Pflanzen bilden mit zunehmendem Alter immer mehr Triebe. Königs-Strelitzien passen ihre Blütezeit an den Standort an: Stehen sie den Winter über in warmen und hellen Wohnräumen, öffnen sie ihre Blüten schon ab Dezember. Stehen sie dagegen kühler und lichtärmer, blühen sie erst im Sommer.

Strelitzie: Paradiesisch schön (5)

Flora Press/Dieter Schinner

Die exotische Blüte mit leuchtendem Orange und Blau erinnert in der Form an den Schopf eines Kranichs

(Video) Paradiesgärten in Frankreich | Euromaxx

Vermehrung

Die gängigste Methode, Strelitzien zu vermehren, ist das Teilen. Am besten erledigt man das direkt beim Umtopfen im Frühjahr und trennt die Jungpflanzen vorsichtig von der Mutterpflanze. Die Schnittstellen an den Wurzeln sollten Sie mit Holzkohlepulver einstäuben, damit die Wurzeln nicht zu faulen beginnen, bevor sie jeweils die ältere Pflanze und den Sprössling wieder einpflanzen. Die Jungpflanzen nicht direkt in die Sonne stellen und nur sehr sparsam gießen. Verwenden Sie als Substrat durchlässige und nährstoffreiche Erde. Nach einigen Wochen können Sie den Pflanzennachwuchs in ein größeres Gefäß setzen.

Im Handel werden Strelitzien-Samen angeboten, die man im Sommer in Torfquelltöpfe aussäen kann. Drücken Sie die Samen etwa drei Zentimeter tief in das Substrat und gießen Sie das Ganze mit lauwarmem Wasser kräftig an. Nach der Aussaat sollten die Töpfe warm und feucht stehen. Diese Vermehrungsmethode erfordert aber einiges an Geduld: Zuweilen kann die Keimung viele Wochen oder sogar Monate dauern. Zudem vergehen sechs bis sieben Jahre, bis eine aus Samen gezogene Strelitzie zum ersten Mal blüht.

Krankheiten und Schädlinge

Die Strelitzie ist äußerst robust gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Bei zu viel Nässe tritt jedoch Wurzelfäule auf, trockene Raumluft fördert das Auftreten von Spinnmilben. Runde graubraune und rot umrandete Flecken auf den Blättern deuten auf einen Befall von Septoria-Pilzen hin. Diese treten aber eher selten auf.

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Häufig gestellte Fragen

Sind Strelitzien Zimmerpflanzen?

Strelitzien werden hierzulande als Zimmerpflanzen in Kübelkultur gehalten. Im Sommer können Sie die Pflanzen an einen sonnigen Platz im Freien stellen.

Wie groß werden Strelitzien?

Je nach Art werden Strelitzien zwischen zwei Meter und zehn Meter hoch. Baumartig wachsende Arten wie die Strelitzia alba und die Strelitzia nicolai erreichen aber nur in der freien Natur eine Höhe von zehn Metern und werden in Topfkultur selten größer als fünf Meter.

Wie oft muss man eine Strelitzie gießen?

Im Sommer haben Strelitzien einen höheren Wasserbedarf und sollten deshalb regelmäßig und ausreichend gegossen werden. Vermeiden Sie dabei aber Staunässe, da die Wurzeln schnell faulen. Steht die Pflanze im Winterquartier kühler, muss auch nur noch wenig gegossen werden.

Welche Erde braucht die Strelitzie?

Die Erde sollte lehmhaltig und nährstoffreich, aber trotzdem durchlässig sein. Eine Mischung aus Lehmerde, Laub- und Komposterde sowie verrottetem Stallmist erfüllt die Ansprüche der Strelitzie.

Wie düngt man Strelitzien?

Versorgen Sie Ihre Strelitzie von März bis Oktober einmal im Monat mit einem Dünger für Kübelpflanzen.

Wann muss man eine Strelitzie umtopfen?

Strelitzien sollten etwa alle drei Jahre in frisches Substrat gepflanzt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist das späte Frühjahr (März/April).

Kann man Strelitzien zurückschneiden?

Einen Schnitt benötigen Strelitzien nicht, es reicht aus, alte oder braun gewordene Blätter regelmäßig zu entfernen.

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Author: Reed Wilderman

Last Updated: 11/12/2022

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